Marc · Der Mensch hinter den Bildern

Vielleicht kennst
du mich schon.

Als den Bilderzähler. Von einer Hochzeit. Oder als den Mann mit dem Bart, der morgens schon dabei war und abends noch mitgefeiert hat.

Ich bin Marc. Und falls du dich fragst, wie aus einem Hochzeitsfotografen der Bilderflüsterer geworden ist: Die beiden liegen näher beieinander, als es auf den ersten Blick aussieht.

Ich erzähle dir, wie das kam
Marc sitzt mit seiner Kamera auf einer Treppe. Porträt von Dennis Weissmantel.
Ich. Mit Kamera. Porträt von Dennis Weissmantel.

Ein Fotograf. Zwei Namen.

Ich bin bei beiden
derselbe Marc.

Auf einer Hochzeit bin ich irgendwann der, der mit anpackt, über denselben Quatsch lacht und mitbekommt, wenn gerade jemand eine Umarmung braucht. Die Kamera habe ich dabei meistens noch in der Hand.

So möchte ich auch beim Bilderflüsterer fotografieren. Erst einmal einen Menschen kennenlernen. Dann herausfinden, was sich für ihn gut anfühlt. Dass die Bilder dabei anders aussehen, ändert ziemlich wenig an mir.

Marc fotografiert gemeinsam mit einem Brautpaar im Spiegel.
Manchmal bin ich sogar mit im Bild.
Der Bilderzähler

Ganz nah dran.
Schon morgens.

Seit 2016 begleite ich Hochzeiten. Mehr als 200 inzwischen. Und je länger ich das mache, desto mehr interessieren mich die Situationen, die auf keinem Ablaufplan stehen.

Das Kind, das beim Frisieren seiner Mama unbedingt etwas erzählen muss. Die Freunde, die schon beim Frühstück Unsinn machen. Eltern, die kurz still werden. Ein Hund, der zwischen all dem Trubel einfach auf den Arm möchte.

Das passiert selten beim Paarshooting. Dafür muss ich vorher schon da sein. Und nah genug dran, dass niemand für mich seinen Morgen unterbricht.

Die Braut hält ihren Hund im Arm.
Eine Frau schließt bei einer Umarmung die Augen.

Wo der Bilderflüsterer angefangen hat

„Soll ich da jetzt wirklich
einfach weiter draufhalten?“

Die Braut sitzt beim Frisieren vor einem kleinen Spiegel.
Eine Kaffeetasse steht am Morgen auf dem Tisch.
Ein Morgen fängt meistens ziemlich unspektakulär an.

Gerade morgens beim Getting Ready wird es auf einer Hochzeit sehr persönlich. Alle suchen irgendetwas, jemand macht Kaffee, die Haare werden gemacht. Und irgendwann zieht sich die Braut um.

Am Anfang stand ich dann durchaus mal mit meiner Kamera da und wusste nicht so recht, wohin mit mir. Eben war noch alles ganz selbstverständlich. Jetzt steht sie plötzlich nur noch in Unterwäsche im Zimmer.

Soll ich weiterfotografieren? Die Kamera herunternehmen? Wegschauen? Ist das noch ihre Hochzeitsgeschichte oder gerade ein Moment, in dem ich besser draußen wäre?

Diese Scheu war da. Ich hätte damals selbst nicht gedacht, dass gerade aus diesen Morgenstunden irgendwann eine zweite fotografische Welt entstehen würde.

Die Frauen haben mir diese Unsicherheit nach und nach selbst genommen. Eine drückt mir ganz selbstverständlich ihre Wäsche in die Hand. Eine andere zieht sich um, während ich noch mitten im Zimmer stehe. Niemand schickt mich hinaus. Das Gespräch läuft einfach weiter.

Ich war irgendwann nicht mehr „der Fotograf“, wegen dem man kurz alles anders macht. Ich war einfach da.

Die Braut putzt ihre Zähne; Marc ist mit der Kamera im Spiegel zu sehen.
Zähneputzen. Auch das gehört zu einem Hochzeitsmorgen.
Eine Braut sitzt lachend beim Zähneputzen vor einem Spiegel.
Und irgendwann ist die Kamera dabei ziemlich egal.

Deshalb gibt es in meinen Reportagen auch Bräute beim Zähneputzen. Kein Motiv, für das ich jemanden extra vor den Spiegel stelle. Sondern diese kleinen Situationen, die passieren, wenn ich längst Teil des Morgens bin.

Mich hat daran interessiert, wie selbstverständlich die Menschen plötzlich wurden. Niemand musste für die Kamera eine Rolle übernehmen. Die Frage „Wie sehe ich gerade aus?“ war für einen Moment einfach weg.

Die Kamera war noch da. Sie spielte bloß keine große Rolle mehr.

Aus einem Morgen wurde eine Idee

Was wäre, wenn wir
diesem Gefühl mehr
Zeit geben?

Wenn es nicht nur zehn Minuten zwischen Frisieren und Kleidanziehen passiert. Wenn man dafür einen eigenen Raum schafft.

Eine Frau muss nicht gerade heiraten, damit sie sich vor meiner Kamera wohlfühlen darf. Sie braucht auch niemanden, dem sie die Bilder schenken möchte. Und sie muss damit erst recht niemandem beweisen, wie mutig sie ist.

Sie darf das einfach für sich machen.

Eine Braut steht in ihrem Kleid am Fenster.
Noch Hochzeit. Aber schon diese Ruhe.
Eine Frau im Pullover sitzt in einer Küche. Schwarzweißaufnahme aus dem ersten Boudoir-Shooting 2018.
2018. Mein erstes Boudoir-Shooting.
Ruhiges Schwarzweißporträt einer Frau am Fenster aus dem ersten Boudoir-Shooting 2018.

Düsseldorf · Oktober 2018

Ein Hemd.
Musik. Und ein Anfang.

Im Sommer 2018 dachte ich: Ich möchte diese Scheu beim Getting Ready loswerden. Also fragte ich Daggi, ob sie Lust hätte, mit mir ein persönliches Shooting auszuprobieren.

Im Oktober holte ich sie in Düsseldorf am Bahnhof ab. Wir liefen durch die Stadt und am Rhein entlang, machten die ersten Bilder draußen und frühstückten zusammen. Erst danach gingen wir ins Hotel.

Dort fingen wir spielerisch mit einem weißen Hemd an. Gute Musik lief sowieso. Irgendwann gab ich ihr Kopfhörer: Hör mal rein. Mach die Augen zu und genieß die Musik. So entstanden auch die Bilder am Fenster.

Es war überhaupt nicht seltsam. Wir telefonierten zwischendurch sogar mit meiner Frau. Alles ganz normal. Aber zu sehen, wie sie aufging und sich über die ersten Bilder auf meiner kleinen Kamera freute, hat bei mir etwas ausgelöst.

Davon möchte ich mehr machen. So kam Boudoir zu meinen Hochzeiten dazu. Und daraus entstand später der Bilderflüsterer.

Wie alles mit Daggi angefangen hat
Am Bahnhof schauen wir uns die Modelleisenbahn an. Düsseldorf, Oktober 2018.
Düsseldorf 2018. Erst einmal gemeinsam unterwegs.
Mit Kopfhörern am Fenster: ein Moment beim ersten Boudoir-Shooting.
Die Musik gehört zu diesen Bildern dazu.

Was daraus heute geworden ist

Du musst vorher
niemand anderes werden.

Vielleicht sitzt du am Anfang im großen Pullover auf deinem Sofa. Wir reden ein bisschen, ich schaue nach dem Licht und zeige dir, was du mit deinen Händen machen kannst. Die wissen vor einer Kamera nämlich gerne plötzlich nicht mehr, wohin.

Du brauchst keinen perfekten Körper und keine Erfahrung. Auch Mut musst du nicht schon fertig mitbringen. Wir finden gemeinsam heraus, was sich für dich richtig anfühlt.

Es gibt bei mir kein Ziel, für das du am Ende möglichst viel ausziehen musst. Ein Pullover darf ein Pullover bleiben. Ein Hemd ein Hemd. Du bestimmst, wie weit du gehen möchtest.

Nur so weit, wie es sich nach dir anfühlt.

Wir fotografieren bei dir zuhause, im Hotel oder in einer Ferienwohnung. Und welche Bilder privat bleiben, entscheidest du. Veröffentlicht wird nur mit deiner ausdrücklichen Freigabe.

Eine Frau sitzt im großen Pullover auf dem Boden neben dem Sofa.

Und wenn du jetzt neugierig bist

Dann schauen wir,
was sich nach dir anfühlt.

Du kannst erst einmal weiterstöbern. Oder mir schreiben, dass du die Idee interessant findest und gleichzeitig noch ungefähr zwölf Fragen im Kopf hast. Das wäre ein völlig normaler Anfang.